Balkonkraftwerke von Lidl und Netto im Praxistest
Preiswerte Energielösung oder Geldverschwendung?
Solarenergie lässt sich heute auch ohne Dachanlage nutzen – mit kleinen Steckersolargeräten für den Balkon. Besonders gefragt sind Balkonkraftwerke. Lidl und Netto, zwei bekannte Discounter in Deutschland, haben diese kostengünstigen Solarstromsysteme in ihr Sortiment aufgenommen. Aber bieten diese Geräte wirklich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis? Dieser ausführliche Test der Balkonkraftwerke von Lidl und Netto soll klären, ob sich eine Investition in diese Balkonkraftwerke wirklich lohnt.
Inhalt
Die Balkonkraftwerke von Lidl und Netto im Praxistest:
In Zusammenarbeit mit Professor Krauter von der Universität Paderborn wurden die Balkonkraftwerke von Lidl und Netto in diesem Video ausführlich getestet. Dabei zeigten sich bedauerlicherweise einige Schwachstellen, insbesondere bei dem Modell von Netto. Der mitgelieferte Wechselrichter WVC600, ein zentrales Element des Solarstromsystems, fiel in den Tests mehrmals aus.
Guter Wechselrichter als Alternative:
- Leistungsstarke 1600W für hohe Energieumwandlungseffizienz
- 4-String-Technologie für unabhängige Modulsteuerung
Schwierigkeiten mit dem Netto Balkonkraftwerk:
Während der Praxistests traten bei dem Netto Balkonkraftwerk mehrere Probleme auf. So fiel der Wechselrichter in zwei separaten Tests aus, was eine durchgängige Prüfung unmöglich machte. Die Schwierigkeiten potenzierten sich, als das Gerät bei einem jungen Paar installiert wurde: Schon nach nur einem Tag begann das Kraftwerk, Ausfälle zu zeigen.
Herausforderungen beim Lidl Balkonkraftwerk:
Auch das Balkonkraftwerk von Lidl wies in den Tests einige bedenkliche Aspekte auf. Eine zentrale Frage war, ob das Gerät die VDE-Norm ARN4105 erfüllt. Diese technische Regel legt fest, welche elektrischen Anforderungen ein Gerät erfüllen muss, um sicher an das deutsche Niederspannungsnetz angeschlossen zu werden. Bei den durchgeführten Tests waren diese Sicherheitsanforderungen nicht durchweg gewährleistet.
Die tatsächliche Kosteneffizienz der Balkonkraftwerke:
Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die angepriesene Kosteneffizienz der Discounter Balkonkraftwerke. Laut den Angaben der Hersteller sollten die Nutzer jährlich bis zu 360 € einsparen können. Die Berechnungen ergaben jedoch, dass die tatsächliche Ersparnis wohl eher im Bereich von 150 € bis 200 € liegt.
Die Wirkungsgrade der Balkonkraftwerke:
Ein entscheidender Faktor bei der Beurteilung der Effizienz von Solaranlagen ist der Wirkungsgrad. In diesem Bereich konnten die Balkonkraftwerke von Lidl und Netto nicht vollständig überzeugen. Ihre Wirkungsgrade lagen deutlich unter denen von professionellen Photovoltaik-Anlagen, was zu einer geringeren Stromproduktion führte.
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Installationsprobleme und Kundendienst:
Auch bei der Installation gab es Herausforderungen. Die Anleitungen waren nicht immer klar und verständlich, was zu Verwirrung bei der Montage führte. Zudem waren die Kundendienste beider Unternehmen nicht immer hilfreich. Beschwerden und Anfragen wurden oft nur langsam oder gar nicht beantwortet, was für zusätzlichen Frust sorgte.
Fazit Balkonkraftwerke von Lidl und Netto:
Die Tests zeigen: Vor allem beim Netto-Modell gab es Ausfälle, und auch das Lidl-Gerät ließ bei den Sicherheitsanforderungen Fragen offen. Statt der beworbenen 360 € pro Jahr liegt die realistische Ersparnis eher bei 150 € bis 200 €, dazu kommen teils schwache Wirkungsgrade. Wer sich für eines der Geräte interessiert, sollte Installation, Kundendienst und die eigenen Erwartungen an Ertrag und Zuverlässigkeit vor dem Kauf nüchtern gegen den niedrigen Preis abwägen.
