Was ist ein Rolling Blackout und wie bereitet man sich darauf vor?

Ein Rolling Blackout ist keine zufällige Panne, sondern eine kontrollierte, zeitlich begrenzte Abschaltung einzelner Strombereiche. Netzbetreiber nutzen diese Maßnahme nur dann, wenn das Stromsystem stark belastet ist und ein größerer, unkontrollierter Ausfall verhindert werden muss. Für Haushalte, Betriebe und Betreiber von Photovoltaikanlagen ist der Unterschied wichtig: Wer einen Rolling Blackout versteht, kann Geräte schützen, Kommunikation sichern, Vorräte planen und die eigene Notstrom- oder Ersatzstromlösung realistisch einschätzen.

Was ist ein Rolling Blackout und wie bereitet man sich darauf vor?
Was ist ein Rolling Blackout und wie bereitet man sich darauf vor?

Gerade weil Strom in fast allen Alltagsbereichen steckt, wirkt schon eine kurze Unterbrechung störend. Kühlschrank, Router, Heizung, Licht, Garagentor, medizinische Geräte oder Homeoffice-Technik hängen direkt an der Versorgung. Trotzdem gilt: Ein Rolling Blackout ist ein Netzschutzinstrument. Er soll verhindern, dass aus einer angespannten Lage ein großflächiger Blackout wird.

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Rolling Blackout ist eine geplante oder angeordnete Stromabschaltung in wechselnden Netzgebieten.
  • Er unterscheidet sich von einem ungeplanten Stromausfall, weil er kontrolliert und zeitlich begrenzt abläuft.
  • In Deutschland wären solche Maßnahmen nur ein letztes Mittel, wenn andere Netzschutzmaßnahmen nicht ausreichen.
  • Haushalte sollten Licht, Wasser, Lebensmittel, Kommunikationswege und wichtige Medikamente unabhängig vom Stromnetz absichern.
  • Photovoltaik allein schützt nicht automatisch vor Stromausfall; dafür braucht es Speicher, Ersatzstromfunktion und eine passende Umschaltung.

Was ist ein Rolling Blackout?

Ein Rolling Blackout ist eine kontrollierte, abschnittsweise Abschaltung der Stromversorgung, bei der einzelne Regionen oder Netzbereiche nacheinander vom Strom getrennt werden. Das Ziel ist nicht, Verbraucher willkürlich zu belasten. Das Ziel ist Netzstabilität. Wenn Stromerzeugung, Netzkapazität und Verbrauch nicht mehr sicher zusammenpassen, kann eine zeitlich begrenzte Abschaltung kleinerer Bereiche helfen, einen größeren Schaden zu verhindern.

Man kann sich das vereinfacht wie eine Sicherheitsbremse vorstellen. Bevor das gesamte System aus dem Takt gerät, wird die Last an bestimmten Stellen reduziert. Dadurch sinkt der Druck auf Leitungen, Umspannwerke oder das Gesamtsystem. Im Idealfall bleibt der Stromausfall lokal begrenzt und endet nach einem klaren Zeitfenster.

Der Begriff „rolling“ beschreibt den rotierenden Ablauf. Nicht alle Verbraucher sind gleichzeitig betroffen. Stattdessen wechseln die abgeschalteten Gebiete. Ein Stadtteil kann beispielsweise für eine bestimmte Zeit keinen Strom haben, während ein anderer Bereich weiter versorgt wird. Danach wird umgeschaltet. So verteilt sich die Belastung.

Rolling Blackout, Stromausfall und Blackout: Wo liegt der Unterschied?

Im Alltag werden die Begriffe oft durcheinandergeworfen. Genau hier entstehen Missverständnisse. Ein normaler Stromausfall kann durch Bauarbeiten, defekte Kabel, Sturm, technische Fehler oder lokale Netzprobleme entstehen. Er ist meist ungeplant. Ein Blackout beschreibt dagegen einen großflächigen, länger anhaltenden Zusammenbruch der Stromversorgung, bei dem viele Regionen oder sogar Länder betroffen sein können.

Ein Rolling Blackout liegt dazwischen, ist aber näher an einer geplanten Schutzmaßnahme als an einer Katastrophe. Er wird gezielt eingesetzt, wenn das Netz stabilisiert werden muss. Der entscheidende Punkt lautet: Ein Rolling Blackout soll einen echten Blackout gerade vermeiden.

Begriff Bedeutung Typischer Ablauf Vorbereitung
Lokaler Stromausfall Ungeplante Unterbrechung in einem begrenzten Gebiet Meist durch Defekt, Wetter oder Bauarbeiten Grundausstattung für einige Stunden bereithalten
Rolling Blackout Kontrollierte Abschaltung einzelner Netzbereiche Zeitlich begrenzt, rotierend, netzstabilisierend Geräte schützen, Akkus laden, Notfallplan aktivieren
Großflächiger Blackout Weiträumiger, schwerer Ausfall der Stromversorgung Länger, komplexer, mit starken Folgewirkungen Mehrtagestaugliche Krisenvorsorge notwendig

Warum kann es zu einem Rolling Blackout kommen?

Ein Stromnetz muss in jedem Moment im Gleichgewicht bleiben. Es muss so viel Strom eingespeist werden, wie gerade verbraucht wird. Wird zu wenig Strom bereitgestellt, sinkt die Frequenz. Wird zu viel eingespeist, steigt sie. Beide Richtungen sind problematisch, weil elektrische Netze nur in engen technischen Grenzen stabil arbeiten.

In Europa wird die Netzstabilität durch Übertragungsnetzbetreiber, Regelenergie, Engpassmanagement und internationale Abstimmung gesichert. Die Bundesnetzagentur beschreibt Redispatch als Eingriff in die Erzeugungsleistung von Kraftwerken, um Leitungsabschnitte vor Überlastung zu schützen. Dabei kann die Einspeisung auf einer Seite eines Engpasses reduziert und an anderer Stelle erhöht werden. Genau solche Maßnahmen sollen verhindern, dass Verbraucher überhaupt abgeschaltet werden müssen.

Ein Rolling Blackout kommt daher nicht am Anfang einer angespannten Lage. Er wäre eher eine späte Maßnahme, wenn mildere Eingriffe nicht ausreichen. Vorher greifen Netzbetreiber auf Werkzeuge wie Redispatch, Regelenergie, Lastmanagement, Netzreserve oder marktbezogene Maßnahmen zurück.

Externe Quelle: Bundesnetzagentur: Netzengpassmanagement und Redispatch

Strommangel und hohe Nachfrage

Eine Ursache kann eine außergewöhnlich hohe Stromnachfrage sein. Das kann an sehr kalten Wintertagen passieren, wenn viele elektrische Heizsysteme, Wärmepumpen, Beleuchtung und Industrieprozesse gleichzeitig laufen. Auch Hitzewellen können die Last erhöhen, etwa durch Klimaanlagen, Kühlung und gewerbliche Verbraucher.

In einem stabilen Netz ist hohe Nachfrage allein noch kein Problem. Kritisch wird es, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen: wenig verfügbare Erzeugung, Netzengpässe, technische Störungen, Importprobleme oder ein unerwartet hoher Verbrauch. Dann müssen Netzbetreiber schnell reagieren.

Netzengpässe und regionale Überlastung

Ein Rolling Blackout muss nicht bedeuten, dass im gesamten Land zu wenig Strom produziert wird. Manchmal liegt das Problem in der Verteilung. Strom muss durch Leitungen, Umspannwerke und regionale Netze transportiert werden. Wenn bestimmte Leitungsabschnitte überlastet sind, kann es trotz ausreichender Erzeugung zu einer angespannten Lage kommen.

Hier spielt Engpassmanagement eine zentrale Rolle. Redispatch verlagert Stromerzeugung so, dass Leitungen entlastet werden. Für Verbraucher ist das normalerweise unsichtbar. Sie merken nichts davon. Erst wenn technische, marktbezogene und organisatorische Maßnahmen nicht reichen, könnten Abschaltungen als Notmaßnahme relevant werden.

Extremwetter, Schäden und Cyberrisiken

Stürme, Hochwasser, Eislast, Waldbrände oder Hitzewellen können Stromnetze belasten. In manchen Ländern werden Abschaltungen auch vorsorglich eingesetzt, um Brände oder Folgeschäden zu verhindern. In Deutschland sind solche geplanten Flächenabschaltungen im Alltag nicht typisch, aber Wetterextreme bleiben ein ernstes Thema für die Versorgungssicherheit.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist darauf hin, dass Stromausfälle viele Ursachen haben können und dass Haushalte sich auf Einschränkungen bei Heizung, Kochen, Kommunikation und Versorgung einstellen sollten. Genau deshalb ist Vorsorge kein Panikthema, sondern eine nüchterne Haushaltsaufgabe.

Externe Quelle: BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall

Wie wahrscheinlich ist ein Rolling Blackout in Deutschland?

Deutschland verfügt über ein eng überwachtes Stromsystem. Netzbetreiber, Bundesnetzagentur und europäische Partner prüfen laufend, ob Erzeugung, Verbrauch und Netzbetrieb stabil bleiben. Das bedeutet nicht, dass Risiken ausgeschlossen sind. Es bedeutet aber, dass ein Rolling Blackout kein normales Alltagsereignis ist.

Wichtig ist die richtige Einordnung. Einzelne lokale Stromausfälle kommen vor. Sie entstehen oft durch technische Defekte, Bauarbeiten oder Wetterschäden. Ein geplanter, rotierender Lastabwurf ist etwas anderes. Er wäre eine besondere Maßnahme in einer außergewöhnlichen Netzsituation.

Die Bundesnetzagentur untersucht im Systemstabilitätsbericht, wie robust das Stromsystem gegenüber Störungen ist und welche Maßnahmen für die kommenden Jahre nötig sind. Für Haushalte heißt das: Keine Panik. Aber realistische Vorsorge ist sinnvoll, weil schon ein lokaler Ausfall für mehrere Stunden den Alltag stark beeinträchtigen kann.

Externe Quelle: Bundesnetzagentur: Systemstabilität

Was passiert während eines Rolling Blackouts?

Während eines Rolling Blackouts wird die Stromversorgung in einem festgelegten Bereich unterbrochen. Licht, Steckdosen, Router, viele Heizungsanlagen, Kühlgeräte und elektrische Steuerungen fallen aus. Je nach Gebäude können auch Garagentore, Aufzüge, Pumpen, elektrische Rollläden oder Smart-Home-Systeme betroffen sein.

Der Ablauf hängt vom jeweiligen Netzbetreiber und der Lage ab. Im Idealfall gibt es eine Ankündigung über offizielle Kanäle, lokale Medien, Warn-Apps oder Netzbetreiberinformationen. In einer sehr angespannten Situation kann die Vorwarnzeit aber kürzer sein. Deshalb sollte die Vorbereitung nicht erst beginnen, wenn die Abschaltung angekündigt wird.

Nach Ende des Zeitfensters wird die Versorgung wiederhergestellt. Dabei sollten nicht sofort alle großen Verbraucher gleichzeitig eingeschaltet werden. Besser ist es, starke Lasten wie Waschmaschine, Trockner, Heizlüfter, Wallbox oder große Werkzeuge zeitversetzt zu starten. Das schont das Netz und reduziert Einschaltspitzen.

Welche Folgen hat ein Rolling Blackout für Haushalte?

Der sichtbarste Effekt ist Dunkelheit. Der unangenehmste Effekt ist oft Kommunikation. Wenn Router, Mobilfunkmasten oder Endgeräte ausfallen, wird Information plötzlich knapp. Auch bargeldloses Bezahlen, Kartenterminals, elektrische Türen oder Tankstellen können eingeschränkt sein.

Kühlgeräte halten die Temperatur eine Zeit lang, wenn sie geschlossen bleiben. Trotzdem sollten empfindliche Lebensmittel im Blick behalten werden. Bei längeren Unterbrechungen kann die Kühlkette leiden. Wer Medikamente kühlen muss, braucht vorher einen konkreten Plan.

Auch Heizungen sind nicht automatisch sicher. Selbst Gas- oder Ölheizungen brauchen oft Strom für Steuerung, Pumpen und Zündung. Wärmepumpen sind direkt abhängig von der Stromversorgung. Ein Kaminofen kann helfen, wenn er vorhanden, geprüft und sicher betrieben wird. Improvisierte Lösungen wie Grillen in Innenräumen sind lebensgefährlich und dürfen nicht genutzt werden.

Welche Folgen hat ein Rolling Blackout für Photovoltaik, Speicher und Balkonkraftwerke?

Viele Betreiber von Solaranlagen sind überrascht: Eine normale Photovoltaikanlage liefert bei Stromausfall meist keinen Strom ins Haus. Der Grund ist der Netz- und Personenschutz. Wechselrichter schalten sich ab, wenn das öffentliche Netz ausfällt, damit keine unkontrollierte Einspeisung in abgeschaltete Leitungen erfolgt.

Wer Solarstrom bei Stromausfall nutzen möchte, braucht mehr als Module auf dem Dach. Nötig sind ein geeigneter Speicher, ein kompatibler Hybridwechselrichter, eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion und eine fachgerecht installierte Umschalteinrichtung. Bei manchen Systemen steht nur eine einzelne Notstromsteckdose zur Verfügung. Andere Systeme können ausgewählte Stromkreise oder sogar das ganze Haus versorgen.

Für die interne Vertiefung passt hier der Beitrag Notstromsystem Energieversorgung: Energie bei Stromausfall. Ergänzend ist die Kategorie Solarspeicher sinnvoll, wenn Leser wissen möchten, welche Rolle Batteriespeicher für Eigenverbrauch und Ersatzstrom spielen.

Warum Balkonkraftwerke bei Stromausfall meist nicht weiterlaufen

Auch Balkonkraftwerke schalten bei Netzausfall normalerweise ab. Das ist gewollt. Der Wechselrichter braucht ein stabiles Netzsignal und darf bei Netzausfall nicht weiter einspeisen. Wer ein Balkonkraftwerk mit Speicher betreibt, sollte genau prüfen, ob der Speicher eine echte Insel- oder Notstromfunktion besitzt. Viele Geräte erhöhen nur den Eigenverbrauch, ersetzen aber keine sichere Notstromversorgung.

Notstrom ist nicht gleich Ersatzstrom

Im Sprachgebrauch wird oft alles „Notstrom“ genannt. Technisch lohnt die Unterscheidung. Eine einfache Powerstation kann Smartphone, Router oder Laptop versorgen. Eine USV schützt empfindliche Geräte für kurze Zeit vor Unterbrechungen. Eine Ersatzstromanlage kann definierte Hausstromkreise weiter betreiben. Ein echtes inselnetzfähiges System kann bei passender Auslegung auch länger unabhängig arbeiten und tagsüber über Photovoltaik nachladen.

Lösung Typischer Nutzen Grenze Geeignet für
Powerbank Smartphone, kleine Geräte Keine Haushaltsgeräte Kommunikation
Powerstation Router, Laptop, kleine Kühlbox, Licht Begrenzte Kapazität Kurzzeitige Ausfälle
USV Unterbrechungsfreie Versorgung sensibler Technik Meist nur Minuten bis kurze Zeit Router, NAS, Büro, Steuerungen
PV-Speicher mit Notstromsteckdose Einzelne Verbraucher bei Stromausfall Keine vollständige Hausversorgung Basisversorgung
PV-Speicher mit Ersatzstrom Ausgewählte Stromkreise oder Hausversorgung Planung und Installation durch Fachbetrieb nötig Haushalte mit höherem Sicherheitsbedarf

Wie bereitet man sich auf einen Rolling Blackout vor?

Gute Vorbereitung beginnt nicht mit Hamstern. Sie beginnt mit einer ehrlichen Frage: Was muss in meinem Haushalt für einige Stunden funktionieren? Die Antwort ist bei jeder Familie anders. Wer kleine Kinder, pflegebedürftige Angehörige, Haustiere, Homeoffice, elektrische Rollläden oder medizinische Geräte hat, braucht einen genaueren Plan.

Das BBK empfiehlt, sich auf Stromausfälle vorzubereiten und unter anderem an Licht, Wärme, Essen, Trinken, Kommunikation und wichtige Informationen zu denken. Genau diese Bereiche sollten Sie Schritt für Schritt absichern.

Licht und Orientierung sichern

Taschenlampen gehören an feste Plätze. Nicht irgendwo in eine Schublade, sondern dorthin, wo man sie im Dunkeln findet. Batterien oder geladene Akkus sollten griffbereit liegen. LED-Campinglampen sind oft sicherer als Kerzen, weil sie keine Brandgefahr erzeugen. Wenn Kerzen genutzt werden, dann nur standsicher und nie unbeaufsichtigt.

Kommunikation vorbereiten

Laden Sie Smartphone, Powerbank und Laptop, sobald eine Abschaltung angekündigt wird. Speichern Sie wichtige Telefonnummern nicht nur digital, sondern auch auf Papier. Ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio kann helfen, wenn Internet und Mobilfunk ausfallen. Warn-Apps sind sinnvoll, solange das Netz erreichbar ist.

Wasser, Lebensmittel und Medikamente planen

Ein kurzer Rolling Blackout ist meist keine Versorgungskrise. Trotzdem können Supermärkte, Kartenzahlung, Aufzüge oder Pumpen ausfallen. Halten Sie deshalb haltbare Lebensmittel, Trinkwasser und wichtige Medikamente vorrätig. Wer auf gekühlte Medikamente angewiesen ist, sollte vorher mit Arzt, Apotheke oder Hersteller klären, welche Temperaturgrenzen gelten.

Geräte schützen

Empfindliche Elektronik kann durch Spannungsschwankungen beim Abschalten oder Wiederhochfahren belastet werden. Ziehen Sie nicht benötigte Geräte aus der Steckdose oder nutzen Sie Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz. Besonders wichtig sind Computer, Fernseher, Netzwerkspeicher, Router, Smarthome-Zentralen und Ladegeräte.

Kühlschrank und Gefriergerät richtig nutzen

Öffnen Sie Kühl- und Gefrierschrank so selten wie möglich. Jede geöffnete Tür lässt warme Luft hinein. Bei kurzen Unterbrechungen bleibt die Temperatur meist länger stabil, wenn die Türen geschlossen bleiben. Nach Wiederkehr des Stroms sollten Sie prüfen, ob empfindliche Lebensmittel noch sicher sind.

Heizung und Warmwasser realistisch einschätzen

Viele Heizsysteme brauchen Strom, auch wenn sie Gas, Öl, Pellets oder Holz als Energieträger nutzen. Pumpen, Steuerungen und Zündung sind oft elektrisch. Prüfen Sie daher vorher, was bei Ihrer Anlage passiert, wenn der Strom ausfällt. Bei Wärmepumpen, Solarthermie-Pumpen oder komplexen Heizsystemen lohnt ein Gespräch mit dem Fachbetrieb.

Was sollten Unternehmen und Selbstständige beachten?

Für Unternehmen ist ein Rolling Blackout nicht nur unbequem. Er kann Umsatz, Produktion, Daten, Kühlung, Sicherheit und Kommunikation treffen. Selbst kleine Betriebe sollten wissen, welche Prozesse bei Stromausfall sofort stoppen und welche unbedingt weiterlaufen müssen.

Ein Friseursalon braucht andere Maßnahmen als eine Arztpraxis, ein Lager, eine Werkstatt oder ein Onlineshop. Wichtig ist eine kurze Prioritätenliste: Welche Geräte sind kritisch? Welche Daten müssen gesichert werden? Wer informiert Kunden? Welche Türen, Alarmanlagen oder Kassensysteme funktionieren ohne Strom noch?

Für Server, Router, Telefonanlage und Kassensysteme kann eine USV sinnvoll sein. Für Kühlung, Produktion oder medizinische Technik braucht es professionelle Notstromkonzepte. Improvisierte Verlängerungskabel und ungeprüfte Generatorlösungen sind gefährlich. Bei größeren Leistungen sollte immer ein Elektrofachbetrieb eingebunden werden.

Welche Rolle spielen europäische Stromnetze?

Deutschland ist Teil eines eng verbundenen europäischen Stromsystems. Das erhöht die Versorgungssicherheit, weil Länder sich gegenseitig stützen können. Gleichzeitig muss das gesamte System technisch sauber koordiniert werden. Frequenzhaltung, Regelenergie, Engpassmanagement und grenzüberschreitende Zusammenarbeit sind deshalb keine abstrakten Fachbegriffe. Sie sorgen dafür, dass Strom im Alltag einfach funktioniert.

ENTSO-E beschreibt operative Stabilitätsfragen und Systemberichte für das europäische Verbundnetz. ACER erläutert, dass Regelenergie Unterschiede zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch ausgleicht. Genau diese Mechanismen sind wichtig, damit Lastabwürfe und Rolling Blackouts möglichst vermieden werden.

Externe Quellen: ENTSO-E: System Operations Reports und ACER: Balancing Energy und Systemstabilität

Rolling Blackout einfach erklärt

Ein Rolling Blackout ist eine geplante, rotierende Stromabschaltung einzelner Netzbereiche, um das Stromsystem zu stabilisieren und einen großflächigen Blackout zu verhindern. Er wird eingesetzt, wenn Stromverbrauch, Erzeugung oder Netzkapazität in einer außergewöhnlichen Lage nicht mehr sicher ausbalanciert werden können. Für Haushalte bedeutet das: kurze Ausfallzeit einplanen, Geräte schützen, Kommunikationswege sichern und Basisvorräte bereithalten. Photovoltaik schützt nur dann vor Stromausfall, wenn Speicher, Wechselrichter und Umschaltung ausdrücklich für Notstrom oder Ersatzstrom geeignet sind.

Praktische Checkliste für den Haushalt

  • Taschenlampen, LED-Lampen und passende Batterien bereitlegen.
  • Powerbanks, Smartphone, Laptop und wichtige Akkus regelmäßig laden.
  • Wasser, haltbare Lebensmittel und notwendige Medikamente vorrätig halten.
  • Wichtige Telefonnummern auf Papier notieren.
  • Router, Computer und empfindliche Elektronik mit Überspannungsschutz sichern.
  • Kühlgeräte während des Ausfalls geschlossen halten.
  • Bei medizinischen Geräten vorher mit Fachpersonal einen Notfallplan erstellen.
  • PV-Speicher auf echte Notstrom- oder Ersatzstromfunktion prüfen.
  • Nachbarn, Familie und pflegebedürftige Personen in die Planung einbeziehen.

Häufige Fehler bei der Vorbereitung

Der häufigste Fehler ist falsche Sicherheit. Viele Menschen glauben, dass eine Photovoltaikanlage automatisch Strom liefert, wenn das öffentliche Netz ausfällt. Das stimmt in den meisten Fällen nicht. Der zweite Fehler ist zu spätes Laden. Wenn die Abschaltung angekündigt wird, sollten Akkus sofort geladen werden. Der dritte Fehler betrifft Wärme und Kochen. Grills, Gasgeräte oder Generatoren dürfen niemals in Innenräumen betrieben werden. Es besteht Vergiftungs- und Brandgefahr.

Auch die Kommunikation wird oft unterschätzt. Ohne Router und Mobilfunk kann man Informationen nicht wie gewohnt abrufen. Deshalb gehören Radio, Powerbank und schriftliche Kontakte zur Grundausstattung. Wer im Alltag auf elektrische Hilfsmittel angewiesen ist, sollte Vorsorge nicht improvisieren, sondern mit Fachleuten planen.

Fazit: Vorbereitung ja, Panik nein

Ein Rolling Blackout ist eine kontrollierte Notmaßnahme, kein normales Alltagsszenario. Trotzdem lohnt Vorbereitung, weil schon kurze Stromausfälle Haushalt, Kommunikation, Heizung und Sicherheit stören können. Wer Licht, Akkus, Vorräte, Geräte- und Notstromplanung im Griff hat, bleibt handlungsfähig. Besonders PV-Betreiber sollten prüfen, ob ihre Anlage wirklich ersatzstromfähig ist. So entsteht keine Panik, sondern belastbare Vorsorge.

FAQ zu Rolling Blackouts

Was bedeutet Rolling Blackout auf Deutsch?

Rolling Blackout bedeutet rotierende oder wechselnde Stromabschaltung. Dabei werden einzelne Netzbereiche zeitlich begrenzt abgeschaltet, während andere Bereiche weiter versorgt werden. Die Maßnahme soll das Stromnetz stabilisieren und einen größeren Ausfall verhindern.

Wie lange dauert ein Rolling Blackout?

Die Dauer hängt von der Netzlage und dem betroffenen Gebiet ab. Oft geht es um begrenzte Zeitfenster von Minuten bis wenigen Stunden. Entscheidend ist, dass die Abschaltung kontrolliert und nicht dauerhaft angelegt ist.

Ist ein Rolling Blackout dasselbe wie ein Blackout?

Nein. Ein Blackout ist ein großflächiger, unkontrollierter und oft länger anhaltender Stromausfall. Ein Rolling Blackout ist dagegen eine gezielte Schutzmaßnahme, die einen solchen Zusammenbruch verhindern soll.

Funktioniert meine Photovoltaikanlage bei einem Rolling Blackout?

Eine normale Photovoltaikanlage schaltet bei Netzausfall meist ab. Damit Solarstrom bei Stromausfall nutzbar bleibt, braucht die Anlage eine geeignete Notstrom- oder Ersatzstromfunktion. Das muss technisch geplant und fachgerecht installiert sein.

Was sollte ich sofort tun, wenn ein Rolling Blackout angekündigt wird?

Laden Sie Smartphone, Powerbank und Laptop. Schalten Sie unnötige Geräte aus oder trennen Sie empfindliche Elektronik vom Netz. Halten Sie Lichtquellen bereit, öffnen Sie Kühlgeräte möglichst nicht und informieren Sie Personen im Haushalt über den Ablauf.

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