Solarthermie als Heizungsunterstützung: Lohnt es sich wirklich?

Solarthermie kann Warmwasser und Heizung spürbar entlasten – und damit sowohl Emissionen als auch laufende Kosten senken. Wer über eine Anlage nachdenkt, will vor allem wissen, wie das System arbeitet, ob es zum eigenen Haushalt passt und welche Investition realistisch ist. Genau darum geht es hier: Solarthermie als Heizungsunterstützung, mit Zahlen, Einsatzgrenzen und typischen Kombinationen.

Solarthermie als Heizungsunterstützung: Lohnt es sich wirklich?
Solarthermie als Heizungsunterstützung: Lohnt es sich wirklich?

Solarthermie ist ideal, wenn man Energiekosten sparen und sich von fossilen Brennstoffen lösen möchte. Es lohnt sich besonders für Haushalte ab drei Personen und jährlich benötigten Wassermengen von 40 Kubikmetern. Großfamilien oder Haushalte mit Pools profitieren enorm. Der Clou: Auch zur Heizungsunterstützung ist Solarthermie geeignet, besonders in Haushalten mit bereits vorhandenem großen Heizwasserspeicher. Solarthermie kann man auch nachrüsten.

Solarthermie-Systeme im Vergleich

Einfache Solarthermie-Anlagen konzentrieren sich auf Trinkwassererwärmung und können bis zu 50% der benötigten Energie aus der Sonne gewinnen. Komplexere Systeme nutzen die Solarwärme auch zum Heizen. Je nach Anlagengröße, Heizenergieverbrauch und Heizkörpertemperatur kann solch eine Anlage bis zu einem Drittel der Heizwärme bereitstellen.

Für ein Einfamilienhaus:

  • Nur Warmwasser: Kollektorgröße 3-6 m², Speichergröße 250-350 Liter, Energieeinsparung ca. 350 kWh je m² Kollektor, Kosten ca. 6.000-10.000 Euro.
  • Warmwasser und Heizung: Kollektorgröße 9-20 m², Speichergröße 500-1.500 Liter, Energieeinsparung ca. 250 kWh je m² Kollektor, Kosten ca. 9.000-17.000 Euro.
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Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Die Investition in eine heizungsunterstützende Solarthermieanlage liegt bei rund 10.000 Euro für einen 4-Personen-Haushalt. Glücklicherweise gibt es Förderungen, z. B. vom BAFA, die bis zu einem Drittel der förderfähigen Kosten decken. In Kombination mit weiteren Förderprogrammen können die Nettoinvestitionen deutlich reduziert werden.

Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Heizsystemen

Die Integration von Solarthermie in bestehende oder geplante Heizsysteme stellt eine effiziente Methode dar, um Energiekosten zu sparen und den CO2-Ausstoß zu verringern. Die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig:

  • Solarthermie und Gasheizung: Diese Kombination ist weit verbreitet. Beide Systeme erzeugen Wärme. Während die Solaranlage die Hauptlast trägt, wenn ausreichend Sonnenenergie vorhanden ist, übernimmt die Gasheizung bei unzureichender Solarleistung. Dies gewährleistet eine konstante Wärmezufuhr, selbst bei minimaler Sonneneinstrahlung.
  • Solarthermie und Ölheizung: Bei dieser Kombination wird die Ölheizung zur Nacherwärmung des durch die Solarthermie vorgewärmten Wassers verwendet. Dies funktioniert besonders effizient, wenn die Solarthermieanlage den Großteil des Wärmebedarfs abdeckt und die Ölheizung nur bei Bedarf einspringt.
  • Solarthermie und Pelletheizung: Eine besonders umweltfreundliche Lösung, da sowohl Holzpellets als auch Sonnenenergie erneuerbare Energiequellen darstellen. Die integrierte Nutzung beider Systeme kann ein Haus fast vollständig mit regenerativer Energie versorgen.
  • Solarthermie und Erdwärme (Wärmepumpe): Hier gibt es zwei Hauptvarianten. Bei der direkten Kombination fließen beide Energiesysteme in einen gemeinsamen Wärmespeicher. Bei der indirekten Variante erwärmt die Solarthermie das Erdreich, aus dem dann die Wärmepumpe die benötigte Energie zieht.
  • Solarthermie kombiniert mit Photovoltaik: Diese Kombination ermöglicht es, nicht nur Wärme, sondern auch Strom aus Sonnenenergie zu gewinnen. Es gibt getrennte Systeme oder Hybridmodule, die sowohl Wärme als auch Strom erzeugen – eine effiziente Methode, um den größten Nutzen aus der verfügbaren Dachfläche zu ziehen.
  • Solarthermie und Fußbodenheizung: Die niedrige Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung harmoniert besonders gut mit der von Solarthermie erzeugten Wärme. In Kombination kann so gerade in den Übergangszeiten eine effiziente Raumbeheizung gewährleistet werden.
  • Solarthermie und Durchlauferhitzer: Für Tage mit geringer Sonneneinstrahlung kann ein Durchlauferhitzer die Solarthermie ergänzen. Dieses System erwärmt das bereits vorgewärmte Wasser aus der Solarthermie nach, sodass immer ausreichend Warmwasser zur Verfügung steht.
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Je nach Heizsystem lässt sich Solarthermie so einbinden, dass sie im Alltag zuverlässig entlastet und die laufenden Kosten senkt. Entscheidend ist, die passende Kombination mit Blick auf Bedarf, Gebäude und vorhandene Technik sauber zu planen.

FAQs Solarthermie als Heizungsunterstützung:

  1. Ist Solarthermie für jeden Haushalt geeignet?
    Solarthermie bietet sich besonders für Haushalte ab drei Personen an, die einen jährlichen Wasserbedarf von mindestens 40 Kubikmetern haben. Insbesondere bei Großfamilien oder Haushalten mit einem hohen Warmwasserbedarf, beispielsweise durch einen Pool, kann die Anlage sehr rentabel sein.
  2. Kann Solarthermie die herkömmliche Heizung vollständig ersetzen?
    Während Solarthermie erheblich zur Energiegewinnung beitragen kann, ersetzt sie nicht vollständig traditionelle Heizsysteme. Sie dient jedoch als effiziente Unterstützung und kann den Energiebedarf signifikant reduzieren.
  3. Mit welchen Kosten muss ich für eine Solarthermieanlage rechnen?
    Die Kosten variieren je nach Größe und Art der Anlage. Für einfache Anlagen zur Warmwasserbereitung liegen die Kosten zwischen 6.000 und 10.000 Euro. Kombinierte Systeme, die auch die Heizung unterstützen, können zwischen 9.000 und 17.000 Euro kosten.
  4. Welche staatlichen Förderungen gibt es für Solarthermie?
    Verschiedene staatliche Institutionen, wie das BAFA, bieten Förderprogramme für den Einbau von Solarthermieanlagen an. Diese können bis zu einem Drittel der förderfähigen Kosten abdecken. Zudem gibt es oft regionale Förderprogramme, die kombiniert werden können, um die Kosten weiter zu senken.
  5. Kann ich Solarthermie problemlos mit meiner aktuellen Heizung kombinieren?
    Ja, eine der Stärken von Solarthermie ist ihre Kombinierbarkeit mit verschiedenen Heizsystemen, sei es Gas, Öl, Pellets oder andere. Dies ermöglicht eine effiziente Nutzung der erzeugten Wärme und optimiert die Energieausbeute.
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Fazit Solarthermie als Heizungsunterstützung:

Solarthermie als Heizungsunterstützung senkt den Bedarf an Gas oder Öl, weil Warmwasser und Teile der Heizlast solar gedeckt werden. Die Anschaffung lohnt sich vor allem dann, wenn Förderung genutzt wird und der Haushalt einen entsprechend hohen Warmwasser- oder Heizbedarf hat. Besonders sinnvoll ist das in größeren Haushalten oder überall dort, wo bereits ein geeigneter Speicher vorhanden ist.

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